Was sind eigentlich RECS-Zertifikate?

Was sind eigentlich RECS-Zertifikate?

Seit 1998 ist es jedem möglich, sich selbst einen Stromanbieter zu suchen. Die einseitige Abhängigkeit von dem örtlichen Versorger wurde mit der Liberalisierung des Marktes abgeschafft. Seit dieser Veränderung tauchen auch immer mehr Angebote für umweltfreundlich hergestellten Strom, sogenanntem Ökostrom am Markt auf. Gleichzeitig wurden Gütesiegel und Zertifikate eingeführt, um dem Verbraucher Auskunft über die Herkunft seines Stroms zu geben.

Für Ökostrom gibt es verschiedene Zertifikate, die Auskunft über die Zusammensetzung und Herkunft des Stromes geben. Ein besonders häufig anzutreffendes Zertifikat ist das RECS-Zertifikat, welches oft bei besonders preiswerten Ökostromtarifen zu sehen ist. Beim Herausgeber handelt es sich um eine Organisation, die sich die Förderung regenerativer Energie zur Aufgabe gemacht hat, wobei aber das Produkt Ökostrom in seine Bestandteile zerlegt wird.
Zum einen gibt es daraus den physischen Strom und zum anderen den Umweltnutzen des Produkts. Diese beiden Produkte werden seit Einführung des Systems in 15 europäischen Ländern gehandelt. Für zum Beispiel in Norwegen produzierter Wasserkraftstrom wird ein RECS Zertifikat entsprechend der Menge ausgestellt. Der Abnehmer verzichtet aber auf das Zertifikat, weil er ja sowieso weiß, wo der Strom herkommt und er deswegen auch die Gebühr von 0,05 Cent/kWh sparen möchte. Dann ist dieses Zertifkat frei und kann von einem anderen Stromanbieter erworben werden. Auf diese Art und Weise kann jeder Versorger seinen eigenen Strom aufwerten und als Ökostrom anbieten. Diese Möglichkeit wird auch von vielen Anbietern genutzt, die gerade seit der verstärkten Nachfrage nach Ökostrom ihren herkömmlich produzierten Strom nicht so recht absetzen können.

Aber RECS Zertifikate machen es möglich schnell auf Kundenwünsche einzugehen und das "gewünschte" Produkt zu liefern. Dabei werden diese 0,05 Cent/kWh in den Ausbau der erneuerbaren Energie investiert. Sehr wenig im Anbetracht der Tatsache, dass die Erzeugung von Strom in herkömmlicher Weise unser Klima belastet und zur Erderwärmung beiträgt. Von den Problemen, die unsere Nachfahren einmal mit dem unzureichend entsorgten Atommüll haben werden, mal ganz abgesehen. RECS Zertifikate sollten von jedem wirklich umweltbewusstem Menschen als ungenügend abgelehnt werden.

Eine wirkliche Alternative bieten jedoch unabhängige Ökostromversorger wie Naturstrom, LichtBlick, EWS oder Greenpeace. Diese haben sich in ihren eigenen AGB dazu verpflichtet, einen bestimmten Mindestanteil ihres Strompreises in die Förderung von erneuerbarer Energie zu investieren, der direkt dem Bau neuer umweltgerechter Anlagen zugutekommt. So fördern diese Anbieter ihre Projekte mit durchschnittlich 1,5 Cent/kWh im Gegensatz zu 0,05 Cent/kWh bei einem Versorger mit RECS Zertifikat. Die Stromangebote sind von Umweltverbänden als das ausgezeichnet, was sie auch sind, nähmlich sauber produzierter Ökostrom.

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